Heilräume können den Gesunden unter-
stützen, die alltäglichen Belastungen zu
überwinden.

Heilsam gestaltete Praxisräume können im
Krankheitsfall die Behandlungskunst und
die Selbstheilungskräfte verbinden und
aufeinander abstimmen.

Heilsame Räume können während und
nach Überwindung einer Krankheit die
Selbstheilungskräfte unterstützen, um zur
vollständigen Gesundung zu begleiten.

Was kann Architektur für Heilung tun?

Schutz und Geborgenheit

Sicherheit und Rückhalt

Atmosphäre der Wärme

Ansprechen aller Sinne

Abbildung kohärenter Strukturen

durchgängiger Stil als Merkmal von Kohärenz

eine räumliche Ordnung, die hilft, den Alltag zu ordnen

Öffnung zu einem heilsamen Naturraum

liebevolle Gesten

Symbole für Heilung zeigen

den Menschen in seiner Würde stärken

Das Gefühl des Geschütztseins ist eine Vor­aussetzung, dass der Organismus sich vollständig auf Wachstum einstellen kann – und dazu gehören auch Heilungsprozesse, in denen Seele und Körper eine produktive Leistung vollbringen müssen.

Ein Heilprozess ist auch ein kreativer Prozess. Dabei kann es sein, dass instabile Phasen zu durchstehen sind. Es ist hilfreich, sich in diesen Zeiten auf sichere Grundlagen stützen zu können.
Die Räume können durch ihre Gestaltung von ausgeprägt sinnlich erlebbaren Böden, Sockeln und tragenden Elementen ein Bild von festem Rückhalt zeigen und damit den Menschen anregen, ihren inneren Rückhalt zu erkennen und zu spüren.

Eine Atmosphäre der Wärme erleichtert es, Nähe und Berührung zuzulassen. Das gilt für die Nähe helfender Menschen und es gilt dem Berührtwerden durch Ängste, Sorgen, seelisch schmerzhafte Prozesse und durch Erkenntnisse über sich selbst.
Schöne Dinge wie Farben, angenehm berührbare Oberflächen und Textilien sowie gedämpftes Licht können sogar Gefühle des warmen Berührtseins hervorrufen, was helfend oder tröstlich wirkt.

Kohärenz ist der geordnete und widerspruchsfreie Zusammenhang sämtlicher Bestandteile eines Systems. Kohärenz wird erzeugt durch die Ausrichtung auf einen einheitlichen Effekt oder ein Ziel. Merkmal ist u.a. die Minimierung von inneren Energieverlusten.
Die Kohärenz aller Teile des Organismus ist Ziel des Heilungsprozesses.
Auch die Strukturen eines Bauwerks können kohärent sein, nämlich dann, wenn alle Teile einer konsistenten Entwurfsidee folgen.
Der Organismus erkennt diese Kohärenz in seiner Umgebung und kann sie zum Vorbild für seine inneren Prozesse nehmen.

Neben der Struktur ist der Stil das wichtigste Merkmal für Kohärenz in einer Gestaltung.
Dem Bewohner eines Raumes gelingt es am leichtesten, ein Gefühl für diese Art gleichschwingender Übereinstimmung zu finden, wenn seine Umgebung in allen Teilen von einheitlichem Stil ist.
Dies bedeutet für die Planung, dass Raum und Mobiliar aus einer Hand gestaltet sein sollte.

Die Ordnung der wichtigsten Bauteile, der Anordnung der Räume und Wege sowie der Unterbringung von Sachen in den Räumen wird vom Bewohner in einer Art innerer Landkarte erfasst.
Über den täglichen Gebrauch der Räume wirken sich diese Ordnungen unmittelbar auf die Lebensgewohnheiten aus.
Ein bewusst geordneter Alltag und einfache, sinnvolle Gewohnheiten wirken stabilisierend auf die Psyche, die wiederum über das Gehirn und über das Herz-Hirn-System den Körper stabilisiert.

Natur ist Kreativität, Wachstum und permanente Heilung pur. Jede einzelne Pflanze erinnert uns daran, sobald wir sie sehen.
Wir wohnen heute überwiegend in Städten, und die Landschaft drumherum ist mittlerweile weit entfernt von ihren naturnahen Regelkräften. Wir benötigen neue Methoden, die Erinnerung an diese ursprünglichen Kräfte in uns wachzurufen.
Es ist eine Aufgabe des Raumgestalters, für den Heilraum eine wirksame Assoziationshilfe zu entwickeln.

Mit liebevoll gestalteten Details kann die Raumgestaltung Wirkungen erzielen, die auch als liebevolle Gesten empfunden werden.
Insbesondere Tür- und Fenstergriffe sowie Ablagen für Dinge des täglichen Gebrauchs können eine Form haben, die sich zu dem Benutzer und seinem Bedürfnis hinwendet. Dadurch entsteht ein Kontakt zwischen Bauwerk und Bewohner, der hilft, ihn sehr heimisch werden zu lassen.

Symbole aus unserer Kulturgeschichte sind universell gültig. In ihrer Akzeptanz und Wirksamkeit sind sie heute individuell sehr unterschiedlich.
Ein Symbol, das für einen Menschen Heilkräfte, göttliches Wirken oder Ganzheit repräsentiert, ist in der Lage, alle Kräfte in ihm zu bündeln und auf den Heilvorgang auszurichten.
Die Auswahl eines Symbols sollte wegen der vielfältigen, oft archetypischen Hintergründe von einem kundigen Therapeuten begleitet werden. Dieser kann auch den Ort der Anbringung in den Räumen beraten.

Raumhöhe und Deckenformen sind von erheblicher Bedeutung für des Selbstgefühl eines Menschen. Die Raumhöhe schafft Freiraum zum Denken, die Türhöhe und die Form von Türwölbungen und von Decken erhöht das Empfinden von einer natürlichen Würde.
Das auf diese Weise unterstützte Selbstgefühl erzeugt den inneren Raum dafür, dass Entwicklungsprozesse sich entfalten können. Darüber hinaus wirkt es sich positiv auf das menschliche Miteinander aus.